Thijs_Lucas

Jede Ausfahrt eine kleine Studienreise oder ein Feldversuch, mit dem man prüft, ob die eigene Reiseplanung funktioniert und wenn ja, wie viel davon. Auf unserer Rückreise aus Husum waren wir erst zehn Minuten vor Abfahrt am Gleis und damit viel zu spät am Zug. Der war bereits voll und der Schaffner war schon bereits aktiv, drei der 12 Fahrräder im Zug herauszubekommen. Nur 6 sollen zulässig sein. Falls ihr meinen Thread von der Hinfahrt gelesen habt (https://norden.social/@thijs_lucas/114590416457156159): Ja, es geht um Rettungswege, Sturzgefahr und freie Stellplätze für Rollstuhlfahrer*innen. Ich finde das Verhalten des Schaffners also gar nicht mal schlecht. Auch weil er euch bemühte ordentlich gepackte drei Räder prob Platz unterzubringen, statt nur derlei zwei. Das gelang ihm und so konnten immerhin neun mit. Nun kann man noch weitere seiner Möglichkeiten diskutieren, aber darum geht es mir hier nicht. So ein Problem ist technischer Natur und auf Systemebene viel besser lösbar. Da kann der Schaffner nur nicht viel machen. Also erstmal Pause und das Beste aus der Situation machen. Erstmal das Mittagessen auspacken und essen. Immer wichtig in ärgerlichen Momenten: auf den satten Magen achten. Danach bin ich das Gleis herauf gelaufen und hab mir die Fahrräder angeschaut. Durchaus ein paar schöne dabei und wie waren schon vor der Abfahrt des Zuges wieder auf 6 angewachsen. Statt zielstrebig alle abzufotografieren und nicht entscheidenzukönnen welche ich posten will, verquatschte ich mich direkt bei diesem wunderschönen Gravelbike von Rose. Der Fahrer hatte einen Platten und auch Ersatzschlauch dabei, aber ihn fehlte die Ventilverlängerung und so genoss er einfach das Wetter am Gleis. Aus Baden-Württemberg sei er, sagte er, da hatte ihn sein Singsang schon verraten. Ob er wohl aus Baden war? Ans Meer kommt er zur Kur, aber die Wege sind ihm zu eintönig. Demnächst will er mit dem Rad über die Alpen, dann auch mit Taschen bepackt. Gut, dass er seine Reiseplanung hier schon mal auf die Probe gestellt hatte. Wie wir weiterkamen lest ihr im Kommentar. 1/2 #StiloBikes #Husum #RoseBikes #Gravelbike #BikePacking #Fahrrad #FujifilmXT3 #Fujinon23mmF14

Thijs_Lucas

Zweiter Teil: endlich Heinreise Knapp eine Stunde später kam der zweite Zug nach Kiel. Am Gleis waren wir derweil zu siebt und die Reihenfolge in der Warteschlange war schnell geklärt. Frau und ich waren sicher. Nur Nummer 7 nicht. Wir überzeugten den Schaffner dann gemeinsam, dass wir die Taschen abnehmen und die Fahrräder fein säuberlich packen. Das ging nicht ganz so harmonisch und so passten nur sieben in den Zug und die zwei Damen, die 10 Minuten vor Abfahrt kamen, bekamen eine weitere Stunde Aufenthalt als Sonderleistung. Ich würde mir wirklich sehr von der #NahSH wünschen, dass die Fahrradmitnahme hier im Norden ein vollwertiges und verlässliches Angebot wird. Der ÖPNV ist im ländlichen Raum ist hier längst nicht gut genug ausgebaut und das Fahrrad als Ergänzung oftmals unabdingbar- wenn man nicht von vornherein alles mit Auto machen will oder auch nicht kann. Die Räder an die Wand gehängt statt nur angelehnt würde die Kapazität steigern und vielleicht ließen sich auch so schöne Fahrradabhänger wie an der Stifte Stuttgarter Zacke installieren oder zu touristischen Zeiten ein Fahrradwagen? Ich bin mir sicher, das ließe sich auf der technischen Seite lösen. Es müsste halt jemand anpacken. #AbenteuerNahSH #RadUndZug #Radreise #BikePacking #Verkehrswende

@ulid000@chaos.social

@Thijs_Lucas Das Land müsste diese Leistungen halt wollen, finanzieren und bestellen.

Ich persönlich fände kurzfristig digital reservierbare und damit auch verbindliche Fahrradmitnahme im Regionalverkehr auch überlegenswert, zumindest für begehrte Strecken.